Kreuzberg von oben – ein Versuch über Geld und Moral

Sein Image als rebellischer, linker Berliner Stadtteil pflegt Kreuzberg mit Erfolg. Doch mit den steigenden Immobilienpreisen hält das Bürgertum Einzug. Und der Autor sitzt zwischen allen Stühlen.

Bisher lebte er eher bescheiden. Um Geld ging es ihm nicht. Doch dann erbte er. Obwohl er immer der Meinung war, dass Erben an sich ungerecht ist. Er kaufte sich eine große Wohnung, und nun schaut er auf seinen Kiez herab, den sich immer weniger Menschen leisten können. Und er stellt sich Fragen: Wer bin ich jetzt? Darf ich mein unverdientes Privileg einfach genießen? Oder schulde ich etwas? Er sucht Antworten und findet neue Fragen.

Kreuzberg von oben – ein Versuch über Geld und Moral | 2014 | 59 MB | ZIP

Manuskript Kreuzberg von oben

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Shoppen in China – Afrikanische Händler in Guangzhou

NDR/SWR 2013, 51’27“

Ausgezeichnet mit dem Ernst-Schneider-Preis 2014.

Shoppen in China – Afrikanische Händler in Guangzhou | 2013 | 59 MB | ZIP

Jules ist Kongolese. Seit 20 Jahren lebt er in Guangzhou und fühlt sich längst wie ein schwarzer Chinese. Nice dagegen will nicht in China leben. Sie fliegt viermal pro Jahr zum Einkaufen ein und freut sich, hier mal Boss zu sein.

Seit etwa 10 Jahren hat sich in der südchinesischen Metropole eine stetig wachsende Kolonie afrikanischer Händler gebildet. Hinzu kommen zigtausende Handelsreisende, die hin- und herjetten, um containerweise Waren einzukaufen. Denn hier gibt es alles, was in Afrika gebraucht wird: Baumaterialien und Autoersatzteile, Kleidung und Computer.

Sie sind aus dem Kongo, aus Mali oder Nigeria. Die einen werden reich, bei den anderen reicht es gerade zum Überleben. Doch in einem sind sie sich einig: China ist gut für sie und gut für Afrika. Und nach Europa zieht es sie nicht.

Manuskript Shoppen in China

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Tante Friedel – Besuch auf dem norddeutschen Land

NDR 2012, 53’58“

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Tante Friedel war gestorben. Nun stand ihr Sarg in der kargen Dithmarscher Dorfkirche. Die Orgel spielte. Nur eine Handvoll Menschen war gekommen. Draußen versank das Land im Schnee.

Wir hatten uns selten gesehen, doch in der Familie hatte Friedel immer als etwas seltsam gegolten. Eine Einzelgängerin. Unverheiratet. Kinderlos. Als wir uns etwas besser kennenlernten, war sie bereits um die achtzig. Noch immer lebte sie allein, und noch immer fuhr sie mit ihrem Auto über die Dörfer, um den Bauern „die Füße zu machen“, wie sie sagte.

Die Idee, ein Radiostück über sie zu machen, gefiel ihr gut. Also verbrachte ich ein paar Tage bei ihr, übernachtete in dem kleinen, vollgestellten Häuschen. Sie erzählte freimütig aus ihrem Leben, und sie nahm mich mit zu ihrer Kundschaft.

Erst nach ihrem Tod machte ich aus dem aufgenommenen Tonmaterial dieses Feature. Ich denke, es hätte ihr gefallen.

Manuskript Tante Friedel

Tante Friedel – Besuch auf dem norddeutschen Land | 2012 | 60 MB | ZIP

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