Öl für 10 Tage – die Yasuní-Initiative Ecuadors

SWR 2011, 50’30“

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Mit der Yasuní- (oder ITT-) Initiative machte die ecuadorianische Regierung im Jahr 2007 einen erstaunlichen Vorschlag: wir lassen das Öl dreier Ölfelder im Boden und vermeiden damit den Ausstoß von etwa 410 Millionen Tonnen CO2, lassen damit auch einen Teil des Yasuní-Nationalparks und die Lebensgrundlagen der dort lebenden indigenen Gemeinschaften intakt. Aber wir tun das nur, wenn uns die internationale Gemeinschaft über die kommenden 20 Jahre die Hälfte des entgangenen Profits zahlt. Denn die Erde, so der Gedanke dahinter, ist ein gemeinsamer Lebensraum, für den wir gemeinsam Verantwortung tragen.

Im Juni 2008 beschließt der Bundestag, die Initiative zu unterstützen. Im Herbst 2010 aber meldet Minister Niebel plötzlich Zweifel an und zieht diese Unterstützung zurück. Mit Deutschland verliert der Vorschlag aber seinen wichtigsten Förderer, denn mit ein paar Millionen Dollar aus verschiedenen anderen Ländern wird die Initiative nicht funktionieren, und: das Moratorium der Regierung Ecuadors, wo es auch eine starke Öllobby gibt, gilt zunächst nur bis Ende 2011.

Der Autor hat im ecuadorianischen Amazonasbecken recherchiert, wo die Ölgesellschaften den indianischen Gemeinden mit allerlei Versprechungen die Erlaubnis abschwatzen, in ihren Gebieten neue Vorkommen zu erschließen, und er war im Yasuní-Nationalpark. Das Bild vor Ort stimmt nicht allzu optimistisch. Das gilt auch für die Aussichten, Minister Niebel noch umstimmen zu können.

Manuskript Öl für 10 Tage

Öl für 10 Tage – die Yasuní-Initiative Ecuadors | 2011 | 60 MB | ZIP

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Eine Antwort auf Öl für 10 Tage – die Yasuní-Initiative Ecuadors

  1. „Der Narur eine Stimme geben“ lautet das Motto der diesjährigen Dokumenta. Leider zeigt sie dort nur „anthrozentrischen Irrsinn“ (nach Prof. Seel) wie z.B. „ein Spielplatz für Hunde“. Kein Wort von den Verbrechen der großen Ölgesellschaften, die weder Natur noch Menschheit eine Stimme geben sondern nur ihrem Profit! Die Dokumentakuratorin ist schließlich USA- Bürgerin aus New York. Da wird Sie sich nicht gegen ihre Sponsoren stellen. Meine Mutter – eine bodenständige Oldenburgerin aus der Landwirtschaft pflegte zu sagen: „Von einem Ochsen kannst du nur ein Stück Rindfleisch erwarten.“
    Das Feature raubt mir mal wieder meinen Nachtschlaf. Aber ich bedaure es nicht, sondern danke für die Information! Roswitha Pentzek

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